Katzenhörnchen

Da ich mich von ausgemusterten Textilien schwer trennen kann – besonders, wenn sie aus spannenden Stoffen bestehen – habe ich begonnen Nackenhörnchen in Katzenform daraus zu nähen. Die Füllung besteht aus Dinkelspelzen. Das Kissen passt sich dadurch ergonomisch an jede Situation an und duftet natürlich. Das gefiel auch meinem Kater: Er bildete sofort ein Katzenhäufchen mit dem Polster! ... Eignet sich aber auch perfekt als Geschenk für Katzenliebhaber, die dem Recyclinggedanken etwas abgewinnen können.

Code is poetry

Kaffee trinken im Gelben Krokodil in Linz. Eigentlich alles so wie immer. Nur, dass der Portraitierte gerade einen neuen Job als Codewrangler für WordPress bekommen hat, wie das Logo auf seinem T-Shirt verrät. Das hoffnungsfrohe Gefühl mit Blick nach vorn einen neuen Lebensabschnitt zu verkosten wie einen duftenden warmen Kaffee – festgehalten in einem ganz alltäglichen Moment.

Kasperl für Erwachsene

Zu einer Theaterinszenierung der Promente Oberösterreich durfte ich als externer Gast die Bühnenausstattung beitragen. Im Stück ging es um den Familienvater Heino Hirnschmalz, der alles hinhaut und ein Hausboot kauft. Damit geht die ganze Familie auf eine sehr musikalische Reise donauabwärts. Halt, nicht die ganze Familie! Die Oma bleibt gleich mal zurück, ebenso verschwinden einige der vielen Figuren auf mysteriöse Weise. Und die Moral von der Geschicht? Mafia, Sex und Russenbraut sind für kleine Kinder nicht – obwohl die Protagonisten Handpuppen sind!

Oma kocht

Die Beziehung zu meiner Oma war immer etwas schwierig. Als sie demenzkrank wurde und sich ihre Persönlichkeit Schritt für Schritt aufzulösen begann, erhielt ich erstmals die nötige Distanz, um mich mit ihrer Biografie wertfrei auseinanderzusetzen. Man könnte diesen gezeichneten Lebenslauf auch als späten Akt des Mitgefühls für ihr trauriges Schicksal bezeichnen – ein Mitgefühl, dass ich ihr davor, als sie noch bei klarerem Bewusstsein war, nie schenken konnte, weil unsere Gespräche so oft im Streit geendet hatten. In der linearen Anordnung sieht man sie als Schulkind, als junges Mädchen im kleinbäuerlichen Nachkriegsmilieu, als junge Diätköchin in Vorarlberg, am Hochzeitsfoto, mit meiner Mutter und mir als Kindern, mit meinem Großvater nach 40 Jahren Ehe und schließlich im alzheimerbedingten Wachkoma, in dem sie fast 15 Jahre Ihres Lebens verbringen musste.

Initiative Innenhofgrün

Bernhard Reiter und ich gründeten im Juli 2013 die Initiative Innenhofgrün, da benachbarte Großbauprojekte das gewachsene Ökosystem in unserem Häuserblock (inklusive einiger großer, alter Bäume) gefährdeten. Für diesen Zweck erstellten wir eine Website, um auf unser Anliegen öffentlich aufmerksam zu machen. Ich gestaltete außerdem sämtliche Werbematerialien und ein Logo mit dem Specht aus unserem Innenhof als zentrales Motiv.

Blasphemische Votivbilder

Ein Atheist mit optischer Ähnlichkeit zu der Gestalt, die seit Jahrhunderten als "Jesus Christus" identifiziert wird, ist bei jedem Blick in den Spiegel mit einer Ideologie konfrontiert, die er eigentlich nicht verkörpern will. In diesem Spannungsfeld entstand eine Portraitserie, die mit Bildzitaten gespickt ist und visuelle Interdisziplinärdenker zur freien Assoziation anregen soll. Die Fotos zeigen einerseits den Atheisten in typischen Haltungen der christlichen Ikonografie und andererseits Jesu' Doppelgänger in Haltungen, die sekularen Ikonografien entliehen sind – beispielsweise mit dem Vulkanier-Gruß aus Star Trek, in einer an Shepard Faireys Hope-Plakat aus der Obama-Campaign 2008 angelehnten Darstellung oder in einem Che Guevara Zitat. Die Gegenüberstellung macht deutlich, dass das christliche Bildrepertoire seine Monopolstellung bei der Repräsentation von Leid, Erlösung, Hoffnung etc. längst verloren hat.

Kulturhof Neuhofen

Anfang meiner 20er hatte ich eine Reihe erfolgreicher Ausstellungen im Weinviertel, was für mich nicht weit war, da ich ja in Wien wohnte. Freunde und Familie beschwerten sich allerdings des öfteren, warum ich meine Kunst an so "entlegenen Orten" zeige. 2010 freute ich mich also über viele bekannte Gesichter bei meiner ersten Ausstellung im Mostviertel: einer Gemeinschaftsschau mehrerer Neuhofner Künstler*innen im Rahmen der Offenen Ateliers im Festsaal des Neuhofner Kulturhofs. Passend zu diesem Anlass malte ich zwei Außenansichten vom Kulturhof, den ich im Gegensatz zu den meisten Einheimischen architektonisch ansprechend fand und mit dem ich seit einem augen- und ohrenöffnenden Improvisationsseminar, an dem ich als als Jugendliche teilgenommen hatte, auch viele positive Erinnerungen verband. Das spätabendliche Sommersonnenlicht auf der Kirche und den großen Glasfassaden interessierte mich dabei besonders.

Grasende Gadse

Wenn ich meinem Kater Katzengras mitbrachte, konnte er es gar nicht erwarten, daran zu knabbern. Davon gelang mir ein Schnappschuss, den ich so witzig fand, dass ich ihn malen wollte: Die grasende Gadse, der Tiger im Großstadtdschungel. Heute freu ich mich über das Portrait von meinem lieben Weggefährten, der leider schon im Katzenhimmel auf mich wartet.

Gartenflohmarkt

Dieser dreitägige Flohmarkt diente der Räumung eines alten Innenstadthauses mit lauschigem Hofgarten, in das wir bald als neue Bewohner einziehen wollten. Die Veranstaltung wurde größer als ursprünglich gedacht, denn es kamen zusätzliche Verkäufer aus unserem Bekanntenkreis hinzu, die diese Gelegenheit ebenfalls nutzen wollten, um nicht mehr Benötigtes loszuwerden. Das strahlende Wetter an diesem Wochenende und das offene, gemütliche Ambiente im Hofgarten verwandelten den Flohmarkt zu einer Party, bei der die neuen Nachbarn, alte und neue Freunde, unsere Familien und jede Menge spannende Linzerinnen und Linzer zusammentrafen. Manche Besucher schauten sogar an allen drei Tagen vorbei. Somit bot die Veranstaltung ideale Möglichkeiten, Kontakte in der neuen Stadt zu knüpfen und den bisherigen Bekanntenkreis auf den neuen Wohnort einzustimmen. Im Vorfeld hatten wir die Veranstaltung intensiv beworben. In der Woche darauf holten diverse soziale Einrichtungen und die Sperrmüllabfuhr alle übrig gebliebenen Gegenstände ab, sodass das Haus danach für neue Pläne frei war.

Erinnerungsbuch

Nach der Ermordung einer Freundin hatte ich den Wunsch, ihrem Leben ein Denkmal zu setzen. Dazu griff ich eine Idee auf, die sie selbst vor ihrem Tod gehabt hatte: Sie wollte ein Fotoalbum ihrer Freunde zusammenstellen. In enger Zusammenarbeit mit ihrer Schwester erstellte ich ein Gedenkbuch bestehend aus Nachrufen von 36 verschiedenen Autoren (Familie, Freunde, Lehrer, Arbeitgeber). Die Beiträge entsprechen jeweils Kapiteln, die in invers chronologischer Abfolge (vom Begräbnis rückwärts bis zur Geburt) wichtige Etappen in der Biografie der Verstorbenen repräsentieren und durch Fotos und Zeichnungen aus ihrem Leben illustriert sind. Das Schlusskapitel bildet eine autobiografische, parabelhafte Erzählung, in der die Verstorbene selbst ihre Persönlichkeit reflektiert und Fremdzuschreibungen zT konterkariert. Jedem Kapitel ist zudem eine Symbolpflanze zugeordnet, die für die botanisch interessierte Ermordete von Relevanz war.

Heute vor einem Jahr

Als Erinnerung an eine turbulente Zeit gestaltete ich mit den Fotos der vergangenen Monate einen Kalender für das darauffolgende Jahr. Zentrales Element ist eine fortlaufende Fotoleiste in der oberen Bildhälfte. Durch das Umblättern der Seiten wird Woche für Woche das jeweils nächste Bild dieser Fotoleiste hervorgehoben und mit einer Bildunterschrift näher erläutert. Die Bilder sind chronologisch im Jahresverlauf angeordnet, sodass man nachvollziehen kann, was in der entsprechenden Woche des Vorjahres geschehen war. Die untere Bildhälfte lässt Raum für persönliche Einträge zu den einzelnen Wochentagen. Diesen freien Bereich kann man entweder wie ein kalendarisches Tagebuch zur Reflexion über das Vergangene benutzen oder wie einen normalen Kalender zum Eintragen von zukünftigen Terminen. Ich gestaltete diesen Kalender nicht nur für mich selbst, sondern auch als sehr persönliches Weihnachtsgeschenk für Familienmitglieder – einerseits als Dank für das erwiesene Mitgefühl und andererseits, um noch einmal Revue passieren zu lassen, warum ich im Vorjahr etwas durch den Wind gewesen war. Die Feiertage, Gedenktage und Ferien waren jeweils personalisiert und abgestimmt auf die beschenkten Personen.

Blinder Fleck

Mein erster visueller Lebenslauf entstand für die verstorbene Großmutter meines damaligen Partners. Die geplante, minimalistische Abschiedsfeier im engsten Familienkreis schien mir der Persönlichkeit dieser lieben Frau, die ich sehr ins Herz geschlossen hatte, nicht gerecht zu werden. Daher sichtete ich ihren Fotonachlass und wählte einige repräsentative Bilder aus ihren acht Lebensjahrzehnten aus. Darunter waren bezaubernde historische Schwarz-Weiß-Fotografien aus ihrer Jugend genauso wie ein Bild, das wir in ihren letzten Wochen im Krankenhaus während unserer regelmäßigen Besuche gemacht hatten. Nach einigem Überlegen beschlossen wir, nicht ein einzelnes Bild für die Sterbenachricht auszuwählen, sondern alle wichtigen Episoden in die Bleistiftzeichnung einfließen zu lassen. Mir war wichtig, den Angehörigen in Erinnerung zu rufen, dass das Leben der Verstorbenen aus mehr bestanden hatte als bloß ihrer zunehmenden Erblindung und daraus resultierenden Hilfsbedürftigkeit im Alter. Die Zeichnung lieferte quasi das Bildmaterial zu den vielen Erzählungen und Gesprächen über ihr Leben, die wir mit ihr geführt hatten. Mein Honorar für diese Arbeit wurde schließlich sogar von der Sterbeversicherung als Teil der Begräbniskosten übernommen, was ich als erfreuliche Geste der Anerkennung betrachtete.

Familien Leporello

Ursprünglich war das Familien Leporello als Hochzeitsgeschenk konzipiert, mit dem das Paar die angeheiratete und die eigene Verwandtschaft näher kennen lernen kann. Für (angehende) Ahnenforscher ist das Familien Leporello aber zu jedem Anlass ein gutes Geschenk: Hinter den Buchdeckeln entfaltet sich jeweils ein Stammbaum, in den Namen, Lebensdaten, Fotos oder Er­innerungsstücke eingetragen werden. Das Leporello-Format ermöglicht eine außergewöhnliche Darstellung der Ver­wandtschaftsbeziehungen: die Ahnenlinien eines Paares erscheinen als zwei Seiten einer gemein­sa­men Familiengeschichte. Sechs Ge­nerationen können so erfasst werden.

Schwangere Akte [SERIE]

Die Veränderungen, die eine Schwangerschaft im Körper einer Frau auslöst, sind faszinierend, weitreichend und gleichzeitig nur vorübergehend. Ein guter Grund also, um diesen einzigartigen Zustand künstlerisch als Erinnerung für die ganze Familie festzuhalten. Wenn Sie Aktfotos oder Gipsabdrücke nicht in ihrer Wohnung zur Schau stellen möchten, ist ein Gemälde eine geschmackvolle Alternative, die wir ganz nach ihren Vorstellungen und ihrem Lieblingsstil gestalten können.

Farbflächen [Serie]

Bei dieser Bilderserie habe ich versucht, abstrakte Farbkompositionen mit einem ähnlichen Pinselduktus wie bei den Aktbildern zu malen. Auch dort sind die unterschiedlich beleuchteten und gewölbten Hautpartien nichts anderes als reizvolle Farbkompositionen begrenzt duch ein paar Linien. Zumindest sehe ich das so während des Malprozesses.

Aktgemälde [SERIE]

Für meine erste Ausstellung beim Pillichsdorfer Kellergassenfest hatte ich beschlossen, Aktmalerei auf mittelgroßen Formaten auszuprobieren. Bereits bei der ersten Ausstellung 2003 konnte ich einige Werke verkaufen, sodass ich angespornt war, weiterzumachen. Inspiriert haben mich immer möglichst ausgefallene Blickwinkel auf den Körper. Da ohnehin einige Freunde und Studienkolleginnen ein Aktfotoshooting mit mir machen wollten, konnte ich ständig frische Motive aufstöbern.

Schattenpflanzen [Serie]

Haben Sie schon einmal bemerkt, welche interessanten Schatten Zimmerpflanzen an die Wand werfen, wenn man sie nur schwach aus dem richtigen Winkel beleuchtet? Diese Serie zeigt die Ergebnisse meiner Beleuchtungsexperimente. Erkennen Sie die abgebildeten Pflanzen? Hier die Auflösung: Sie sehen einen jungen Monsterblattphilodendron, eine Grünlilie, eine Dreimasterblume eine Clivie und einen Opuntia Kaktus. Bitte nicht gießen! 

Santiago

Am Jakobsweg durch Südfrankreich, über die Pyrenäen ins Baskenland, weiter durch Asturien und Galizien bis zur Wallfahrtskirche Santiago de Compostela – das war die letzte längere gemeinsame Reise meiner Jugend, die ich zusammen mit meiner Mutter im VW T3 Campingbus unternahm. Diese Reise war eine prägende Erfahrung, die in einem erhabenen Blick in die hohe Kuppel der dunklen, vor spanischem Barock nur so triefenden Wallfahrtskirche kulminierte. Die Heiligen- und Märtyrerbilder, mit ihren fahlen, teils schon verwesenden Hauttönen und gequälten Körpern, beeindruckten mich und beeinflussten später meinen Zugang zur Aktmalerei. Doch in diesem Bild geht es nicht nur um die Erinnerung an jene Eindrücke, sondern vor allem um die architektonische Weite und den dramatischen Kontrast zwischen Licht und Schatten gebannt auf Leinwand unter Verzicht auf eine dritte Dimension.

Vatertag

Was schenkt man einem Vater, der selbst alles kaufen kann, was er braucht? Mein Vorschlag: Aufmerksamkeit und eine Reise in die wilde Jugend – kompakt zusammengefasst auf Papier! Das kann natürlich auch bunter ausfallen als auf diesem Beispiel ... Obendrein hat man dann beim Vatertagsbesuch auch gleich ein paar Geschichten oder Geständnisse zu erfragen ; )

Winterwein

Das ist einer meiner allerersten Malaufträge. Nachdem meine ehemalige, sehr kunstaffine Geografielehrerin bei einer Vernissage bereits eines meiner Aktbild gekauft hatte, wünschte sie sich noch ein großes Gemälde von Weinreben für ihre Küche. Weinstöcke im Winter erschienen mir durch den hohen Kontrast interessanter als ein grünes Blättergewirr, und sie war einverstanden.

Ziborium Mantel

Im Rahmen eines zweiwöchigen Ferialpraktikums durfte ich bei der Stelle für Liturgische Paramente des Bistums St. Pölten ein sogenanntes Ziborium Manterl restaurieren — das ist ein Stoffumhang, der den Kelch im Tabernakel schützt. Die alte Goldstickerei war noch gut erhalten, sodass nur der Stoff und die Goldborte getauscht werden mussten.

Pilzkopf

Eines meiner frühen Werke in Buntstift. Bis dahin hatte ich eher Kohlezeichnungen gemacht. Heute, 20 Jahre später, freut es mich sehr, eine Portraitzeichnung von meiner ersten großen Liebe zu haben. Damals hab ich gelernt, das Papier mit den Stiften so lange zu streicheln, bis das Gesicht herausmodelliert ist. Und genau das mache ich bis heute bei jeder meiner Portraitzeichnungen. Fühlen Sie sich also gestreichelt ; )

Aktzeichnungen [SERIE]

Als neu zugezogene Wienerin war ich vom umfangreichen Angebot der Künstlerischen Volkshochschule im 9. Bezirk absolut begeistert. Als Einstieg in das Thema "Akt" und um meinen Strich flüssig zu halten, besuchte ich dort einen Aktzeichenkurs, bei dem die Posen etwa alle 15-20 Minuten gewechselt wurden. Hier sind einige Ergebnisse: ...

Richard III

In den Sommerferien nach der Matura habe ich für die Aufnahmeprüfung in Bernhard Klebers Bühnenbildklasse an der Universität für Angewandte Kunst ein Bühnenbild für William Shakespeares "Richard III" erarbeitet. Zur Prüfung durfte ich antreten, aber in die Klasse wurde ich leider nicht aufgenommen mit der Begründung, meine Arbeiten seinen zwar reif, ich selber mit 18 wäre aber noch zu jung ...